Rave-Verbot
In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir gestern ein paar Klassiker elektronischer Musik auf YouTube angehört und ein wenig in der Wikipedia geblättert. Dabei bin ich auf was Erstaunliches gestoßen: Rave-Partys im Freien sind in Großbritannien seit 1994 verboten.
Damals wurde als Reaktion auf den Castlemorton Rave (1992) der drakonische „Criminal Justice and Public Order Act 1994″ verabschiedet.
Rave-Partys unter freiem Himmel mit mehr als 100 Teilnehmern können seitdem von der Polizei aufgelöst werden. Technojünger, die sich auf dem Weg zu einer solchen Feier befinden, dürfen in einem 8-Kilometer-Radius gestoppt und weggeschickt werden. Strafen von bis zu £1000 sind möglich, Soundsysteme können beschlagnahmt werden. Wenn ich das richtig verstehe, sind Festivals wie die Love Parade oder Nature One hier im UK also nicht möglich.
Offiziell sollte das Gesetz die Nachbarn vor Ruhestörung durch laute Musik mit „einer Aufeinanderfolge sich wiederholender Beats“ schützen. Doch die Wikipedia nennt Kritiker, die den Zweck des Gesetzes darin sehen, „eine populäre Jugendbewegung zu vernichten, die viele Trinker aus den Innenstädten und weg vom versteuerten Alkohol raus auf die Felder zu unversteuerten Drogen und kostenlosem Trinkwasser lockte.“
Und da gibt es noch Leute die sagen, in Deutschland – dem Heimatland der Love Parade – sei einfach alles verboten.


