29. April 2007
Immer mehr Lehnwörter aus dem Englischen bereichern und verändern die deutsche Sprache. Es gibt einige Kritiker, die ein solches „Denglisch“ ablehnen. Zu ihnen gehört der Verein Deutsche Sprache. Im Jahr 2005 gelang es den Sprachhütern, eine ganze Stadt für den Kampf gegen Anglizismen zu gewinnen: Das thüringische Städtchen Mühlhausen ermutigt seine Beamten, Unternehmer und Einwohner, sich wieder dem vielfältigen Vokabular der deutschen Sprache zu bedienen.
Auf der britischen Insel sieht man das etwas gelassener cooler. Auch hier haben viele Fremdwörter Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch gefunden. Doch hier fürchtet man nicht den Verlust der kulturellen Identität, weil sich der Wortschatz verändert. Nicht wenige der neuen Vokabeln sind deutschen Ursprungs. Der bekannteste Germanismus dürfte mit Sicherheit der kindergarten sein.
Wenn Briten über den Zweiten Weltkrieg sprechen – und das tun sie nur allzu gerne –, dann ist fast jeder Satz mit einem deutschen Wort gespickt. Oft ist vom blitz die Rede – kurz für Blitzkrieg. Statt von den German armed forces und tanks spricht man von der wehrmacht und panzers. Aus dem Zweiten Weltkrieg stammt auch der Begriff krauts, mit dem Deutsche aufgrund ihrer angeblichen Vorliebe für Sauerkraut (igitt!) spöttisch bezeichnet werden.
Der letzte Schrei unter den deutschen Lehnwörtern ist über, das hier meistens als uber zu lesen ist und als Synonym für super verwendet. Die angesagtesten Kinofilme sind hier also nicht bloß cool, sondern uber-cool. Sentimentale Leinwandromanzen werden dagegen auch im Englischen als kitsch abgestempelt.
Und schließlich wandert ein englisches Wort – das eigentlich keines ist – aus dem Deutschen zurück ins Englische: Das Wort Handy, das im Englischen eigentlich nützlich heißt und nur von Deutschen für Mobiltelefon verwendet wird. Es schickt sich an, die sperrigen mobile phone und cellphone aus dem Sprachgebrauch zu verdrängen.
In der akademischen Sprache bin ich auch schon über Begriffe wie realpolitik, zeitgeist oder weltanschauung gestolpert. Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen, aber diese Mühe haben sich schon andere vor mir gemacht: Auf germanenglishwords.com findet sich ein umfangreiches Lexikon deutscher Wörter, die es ins Englische geschafft haben.