Ich wollte bei der Thüringer Meisterschaft über 10.000 Meter eine Medaille gewinnen. Und lange Zeit lag ich gestern in Ohrdruf auch gut im Rennen. Doch dann versagte nach 7 Kilometer meine linke Wade ihren Dienst und wurde fest. Ein Trio vom Laufclub Erfurt zog davon, mir blieb nur Platz 4 in 32:56 Minuten.

Im Ohrdruf Stadion Am Goldberg war es 12°C kühl und windig, als gestern mit 30 Minuten Verspätung der Startschuss fiel. Marcel Knape, Michael Müller und Arne Leipziger vom Laufclub Erfurt setzten sich gleich an die Spitze und sorgten auf den ersten Runden abwechselnd für die Führungsarbeit und das Tempo. Ich blieb im Windschatten und versuchte einfach nur, so lange wie möglich mitzuhalten. Denn der Lauf war für mich viel zu schnell. Die ersten drei Kilometern liefen wir in 9:28 Minuten (3:06 – 3:10 – 3:12) – Tempo für eine persönliche Bestzeit, die ich an diesem Tag aber nicht in den Beinen hatte.

Zum Glück wurden die Erfurter dann langsamer, Marcel Knape übernahm vorne das Kommando. Bei Kilometer 5 setzte Marcel den ersten Zwischenspurt ein und versuchte, sich abzusetzen. Wir konnten zu ihm aufschließen und blieben auch auf dem nächsten Kilometer beisammen. Bei Kilometer 6 versuchte es Marcel erneut von der Spitze und riss diesmal eine kleine Lücke. Weil seine Teamkameraden ihm nicht nachsetzten, löste ich mich das erste Mal aus dem Windschatten und ging an Position 2 und auf die Jagd. Ein Fehler, wie ich schnell merken sollte.

Noch bevor ich bei Kilometer 7 die Lücke fast geschlossen hatte, wurde mein linker Wadenmuskel hart und schmerzte. Die Wade hatte sich schon in den ersten Runden gemeldet, das ungewohnte Kurvenlaufen machte ihr wohl zu schaffen. Ich musste abbremsen, begann beinahe zu humpeln. Die nächsten Runden 18-20 waren mit 1:26, 1:29 und 1:25 schleppend langsam. Die letzten Runden lief es dann wieder zügiger, doch da rannte ich schon über 100 Meter hinter Arne und damit Rang 3.

Vielleicht hätte ich um eine Medaille laufen können, wenn die Wade gehalten hätte. Eine Zeit um 32:30 wäre möglich gewesen. Vielleicht kann ich bei einem Herbst 10er noch mal in diesen Bereich laufen.

Spitzengruppe bei der Thüringer LM 10.000 Meter 2009

Spitzengruppe bei der Thüringer LM 10.000 Meter 2009

Kommentare

2 Kommentare zu “Regen, Wind und Wadenschmerz”

  1. Jörg am 7. September 2009 um 8:35 Uhr

    Schade, aber vielleicht klappt ja noch ein schneller 10er im Herbst.

    Jörg

  2. Vereinswechsel und Saisonrückblick : Alexander Fritsch | Marathonläufer am 16. November 2013 um 19:07 Uhr

    […] und bald die langen Einheiten ausbauen. Wegen meiner schon vier Jahre dauernden Muskelprobleme (Link) gehen nur lockere Dauerläufe, das Tempotraining habe ich nach Versuchen wieder eingestellt. Ich […]

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