Karriereende?

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Das glaubt ihr doch nicht ernsthaft, oder? Mit der Überschrift wollte ich nur eure Aufmerksamkeit fesseln – wie das Journalisten eben machen. Okay, ihr habt recht: Mein letztes ernsthaftes Rennen war im August 2011, mein letzter Blogbeitrag ist zwei Jahre alt. Da könnte man schon denken, ich hätte Laufschuhe und Pokale in den Keller verfrachtet. War ich nach zehn Jahren Leistungssport das harte Training leid? Keine Motivation mehr? Oder konnte ich Beruf, Hobby und Familie nicht mehr vereinbaren?

Alles Quatsch! Ich liebe meinen Sport. Ich muss laufen. Ich kann nicht anders. Es ist ein Teil von mir, seit 16 Jahren. Nicht einfach bloß ein Hobby, an dem man irgendwann das Interesse verliert. Das Laufen gehört zu mir so wie meine Heimat, meine Herkunft. Auch die kann man niemals ablegen. Aufhören? Unmöglich! Wenn ich nicht laufen kann, spüre ich eine tiefe Leere in mir. Kein Sport kann mir diese Glücksmomente geben. Ein innerer Drang treibt mich raus in den Wald, auf den Asphalt, an die Startlinie. Bei Regen, bei Hitze, bei Schnee. Ich muss laufen. Immer weiter. Immer schneller.

Nur warum war ich dann zwei Jahre untergetaucht? Ich will nicht lange jammern, der Zeitraum ist schnell zusammengefasst: Knieschmerzen, Muskelverhärtungen, Beckenschiefstand, Laufpause, Voltaren, Enzyme, Eisbeutel, Physiotherapie, Wiedereinstieg, Schmerzen. Jetzt habe ich den Kreislauf aber endlich durchbrochen: mit Gymnastik, Schwimmen, Krafttraining, Osteopathie, Triggerpunktmassagen, Stabilschuhen, Spezialeinlagen und Geduld – viel Geduld. Ich trainiere wieder fünfmal pro Woche. Erstes Ziel: der Rennsteig-Halbmarathon. Der Arnstädter Citylauf lief schon fast schmerzfrei (37:24), es geht bergauf. Die Form ist im Keller, aber ich liebe es. Fortschritte jede Woche! Ich bin wieder da. Endlich!

Mit einem Leuchten in den Augen...

Mit einem Leuchten in den Augen…


Startschuss – und ein Athlet mit einem Leuchten in den Augen…